Prozess der Textilfärbung und -veredelung

Prozess der Textilfärbung und -veredelung

Das Färben und Veredeln von Textilien ist ein komplexer, systematischer Prozess, der Rohstoffe, Halbfertigprodukte, Weben, Färben und die Endbearbeitung umfasst. Spinnen, Weben und Färben + Drucken + Veredeln sind drei relativ unabhängige Sektoren.

Hauptprozesse beim Spinnen:

  • Öffnen und Reinigen
  • Kardieren
  • Kämmen
  • Zeichnung
  • Wandern
  • Ringspinnen

Hauptprozesse beim Weben:

  • Wicklung
  • Verziehen
  • Größen
  • Einziehen
  • Weberei
  • Stoffveredelung

Arbeitsablauf beim Färben und Veredeln:

Stoffvorbereitung → Nähen → Sengen → Kaltpad-Batching → Entschlichten, Waschen, Bleichen → Mercerisieren → Vorfixieren → Pastenherstellung → Drucken (Flachsieb oder Rotationssieb) → Dämpfen → Seifen → Thermofixieren → Einlauffestmachen → Kalandrieren → Endkontrolle und Verpackung

Prozessaufschlüsselung

1. Sengen

Zweck: Entfernt Oberflächenfusseln, um die Glätte, den Glanz und das Aussehen des Stoffes zu verbessern. Es verhindert ungleichmäßiges Färben und Druckfehler und verbessert die Anti-Pilling-Eigenschaften, insbesondere bei synthetischen Fasern. Der Stoff fühlt sich sauberer und frischer an.
Kaltkissen-Charge: Nach dem Sengen wird der Stoff abgekühlt und ruht über 20 Stunden.

2. Entschlichten, Reinigen und Bleichen

(1) Entschlichten

Zweck: Entfernen Sie beim Weben aufgetragene Schlichtemittel, um die Saugfähigkeit zu verbessern, den Chemikalienverbrauch zu senken und die Qualität des Endprodukts zu verbessern.

Methoden:

  • Heißwasserentschlichtung: Wirksam für Stoffe, die mit wasserlöslichen Materialien wie Natriumalginat oder Zellulosederivaten geschlichtet sind.
  • Alkalische Entschlichtung: Geeignet für Schlichten auf Stärkebasis, unter Verwendung von 10–20 g/l Natriumhydroxidlösung bei 60–80 °C für 6–12 Stunden.
  • Enzymatische Entschlichtung: Verwendet α-Amylase, um Stärke zu hydrolysieren, ohne die Fasern zu beschädigen; schnell und effizient.
  • Oxidative Entschlichtung: Enthält Wasserstoffperoxid oder Natriumperbromat; ist wirksam, muss aber kontrolliert werden, um Zelluloseschäden zu vermeiden.



(2) Scheuern

Zweck: Entfernen Sie natürliche Verunreinigungen wie Pektine, Wachse und Samenrückstände, um die Benetzbarkeit und Weiße zu verbessern.

(3) Bleichen

Zweck: Entfernen Sie restliche natürliche Pigmente, um die Helligkeit zu verbessern und den Stoff zum Färben oder Bedrucken vorzubereiten.

Häufige Wirkstoffe: Natriumhypochlorit, Wasserstoffperoxid, Natriumchlorit.



3. Mercerisierung

Verfahren: Bei Behandlung mit starker Lauge quillt der Stoff irreversibel auf und wandelt Zellulose I in Zellulose II um.

Schlüsselfaktoren:

  • Natronlaugekonzentration
  • Temperatur
  • Behandlungszeit
  • Auf den Stoff ausgeübte Spannung


Vorteile:

  • Verbesserte Dimensionsstabilität und reduzierte Schrumpfung
  • Erhöhte Farbstoffaufnahme und Saugfähigkeit
  • Verbesserter Glanz
  • Veränderte mechanische Eigenschaften (z. B. verringerte Zugfestigkeit)

Typen:

  • Trockenmerzerisierung: Wird bei Raumtemperatur auf getrocknetem Stoff durchgeführt. Stabile Ergebnisse, aber energieintensiv.
  • Nassmerzerisierung: Wird auf nassem Stoff durchgeführt; spart Energie und verbessert die Gleichmäßigkeit, erfordert jedoch eine präzise Feuchtigkeitskontrolle.
  • Heißlaugenmerzerisierung: Bessere Durchdringung und gleichmäßige Alkaliaufnahme, wird für schwerere Textilien verwendet.


4. Voreinstellung (Vorheizeinstellung)

Zweck: Stabilisieren Sie die Stoffstruktur thermisch, beseitigen Sie Falten und verbessern Sie die Dimensionsstabilität und Oberflächenglätte.

Kritische Bedingungen:

  • Temperatur (am wichtigsten)
  • Behandlungszeit
  • Angewandte Spannung
  • Verwendung von Quellmitteln

Notiz: Bei empfindlichen Farbtönen (z. B. Grau, Armeegrün, Khaki) kann es bei Hitze zu Farbveränderungen kommen und diese müssen nach dem Aushärten überwacht werden.


5. Färben

Grundlegende Schritte: Farbstoffadsorption → Diffusion → Fixierung

Gängige Farbstofftypen:

Farbstofftyp Geeignete Fasern Vorteile Nachteile
Direktfarbstoffe Baumwolle, Leinen, Seide, Wolle Einfache Anwendung, geringe Kosten Schlechte Wasch-/Lichtechtheit
Reaktivfarbstoffe Baumwolle, Leinen, Seide, Wolle Hervorragende Waschechtheit Mäßige Nass-/Säureechtheit
Schwefelfarbstoffe Zellulosefasern Gute Wasch-/Sonnenlichtechtheit Schlechte Reibechtheit, Farbabweichungen
Dispersionsfarbstoffe Polyester, Nylon, Acetat Kurzer Zyklus, gute Helligkeit Empfindlich gegenüber alkalischer Hydrolyse
Kationische Farbstoffe Acryl, kationischer Polyester Leuchtende Farbtöne, starke Intensität Begrenzte Tiefe
Küpenfarbstoffe Baumwolle und andere Zellulose Hervorragende Gesamtechtheit Teuer, manche Farben verursachen Schäden unter Licht

Färbemethoden:

  • Garnfärbung: Strangfärbung, Spulenfärbung, Kettbaumfärbung
  • Stofffärbung: Seilfärben, Schablonenfärben, Klotzfärben, kontinuierliches Färben

Schlüsselfaktoren:

  • Zeit: Ausreichend für Diffusion und Fixierung
  • Temperatur: Beeinflusst die Faserquellung, die Farbstofflöslichkeit sowie die Färbegeschwindigkeit und -tiefe
  • pH-Wert: Beeinflusst das Färbeverhalten und die Farbgenauigkeit
  • Flottenverhältnis: Stoffgewicht zu Wasservolumen
  • Farbstoffkonzentration: Gemessen in g/l, beeinflusst Intensität und Gleichmäßigkeit
  • Hilfsmittel & Wasserqualität: Entscheidend für reproduzierbare Ergebnisse



Farbechtheit:
Die Noten reichen von 1 bis 5, wobei 5 die beste ist. Die Echtheitsanforderungen variieren je nach Anwendung (z. B. Bekleidung, Heimtextilien usw.).

Standardlichtquellen:

  • D65: Internationales Tageslicht (am häufigsten verwendet)
  • TL84: Leuchtstoffröhren-Ladenbeleuchtung (Europa/Japan)
  • CWF: Kaltweiße Leuchtstoffröhre (US-Einzelhandel/Büro)
  • UV: Für optische Aufheller und Fluoreszenzerkennung
  • A: Simuliertes Sonnenuntergangslicht, nur als Referenz


6. Dämpfen und Einseifen

Dämpfen: Wird nach dem Drucken verwendet (außer bei Eisfarbstoffen und löslichen Küpenfarbstoffen). Dämpfen fördert die Feuchtigkeitsaufnahme, die Farbstofffixierung und das Eindringen in die Faser.

Seifen: Entscheidender Schritt nach dem Dämpfen. Entfernt nicht fixierte Farbstoffe, verhindert erneute Ablagerungen und verbessert die Farbechtheit durch die dispergierende, chelatbildende und suspendierende Wirkung der Seifenmittel.


7. Schrumpffeste Ausrüstung (Sanforisieren)

Zweck: Reduziert mechanisch das Schrumpfen des Stoffes, das durch innere Spannungen während der Nassverarbeitung entsteht. Hilft, die Stoffbreite zu stabilisieren und die Maßgenauigkeit zu verbessern.


8. Kalandrieren, elektrisches Kalandrieren und Prägen

Kalandrieren: Verwendet Hitze und Druck, um die Stoffoberfläche zu glätten oder feine diagonale Linien zu erzeugen.

  • Flachkalandrierung: Harte + weiche Rollen sorgen für ein glattes, knackiges Handgefühl.
  • Weiche Kalandrierung: Zwei weiche Walzen sorgen für einen weicheren Griff und einen milderen Glanz.

Elektrische Kalandrierung: Verwendet beheizte Walzen zur Glanzverstärkung.

Prägung: Gravierte Metallwalzen pressen unter Hitze und Druck Muster in den Stoff, um dekorative Effekte zu erzielen.

Notiz: Je nach Stoffart können auch zusätzliche Verfahren wie Wildledern, Rauen, Scheren, Aufrauen oder Weichmachen angewendet werden.


9. Endkontrolle und Verpackung

Prüfkriterien:

  • Farbton
  • Stoffbreite
  • Handgefühl
  • Dicke
  • Bogen/Schiefe
  • Färbe- und Webfehler

Die Inspektion erfolgt normalerweise manuell vor dem endgültigen Falten und Verpacken.

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